10.Juli 2017 • mh    

Traditionsverein in Schwierigkeiten

Die Tennisabteilung des ASC Dudweiler hat erhebliche Probleme. Und zwar hinsichtlich der Mitgliederzahl und in Bezug auf die Finanzen.

Es war vor wenigen Wochen, als wir über den TC Blau-Weiß, die Tennis-Abteilung des ASC Dudweiler, berichteten. Diese wird stolze 88 Jahre alt. Beim Besuch des Vorstandes auf der schmucken Tennisanlage am Gegenortschacht erzählten Vorstandsmitglieder auch ein wenig aus der Geschichte des Clubs. Lange Zeit, so hieß es, sei man der größte Tennisverein im Saarland mit über 500 Mitgliedern gewesen. Und jetzt? Brennt gewissermaßen die Hütte.

Gabriele Ungers, die Präsidentin des Gesamtvereins ASC, bestätigte jetzt der SZ auf Anfrage, dass die Abteilung in nicht unerheblichen Schwierigkeiten stecke. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung habe es bereits gegeben, um zu beratschlagen, wie es weitergeht. Und ob es überhaupt auf absehbare Zeit weitergehen kann. Man müsse leider feststellen, so Ungers, dass die Mitgliederzahlen rückläufig seien, aktuell seien es noch 70, wobei es sich in der Mehrzahl um Damen und Herren fortgeschrittenen Alters handele. Es fehle der Unterbau, also einige junge Sportler, die Spaß am Tennisspiel in dem Dudweiler Verein haben. Und es fehle ein Jugendtrainer, der hier das Ruder noch herumreißen könnte. „Den suchen wir dringend“, sagt die ASC-Präsidentin. Sie selbst, betont sie, bevorzuge die Ausrichtung auf „Tennis für Jedermann“ und nicht die „elitäre“ Variante.

Wenn sich hinsichtlich der aufgezeigten Probleme nichts ändere, müsse man den Tennisbetrieb mit Ablauf der Saison leider einstellen. So weit sei es aber noch lange nicht. Auch kursierende Gerüchte im „Dorf“, also in Dudweiler, finanziell würde es mit der Abteilung Tennis im ASC auch nicht zum Besten stehen, verweist Gabriele Ungers nicht ins Reich der Fabel. Sie bestätigt ebenso, dass es sich diesbezüglich nicht um „Peanuts“ handelt. Man suche nun selbstredend nach einem Sponsor, der es wieder richten könnte.

Aus dem ASC selbst erfuhr die SZ, dass die Präsidentin irgendwann mal in Erwägung gezogen habe, ihre Parteifreundin Claudia Kohde-Kilsch (Linkspartei) werbend mit ins Boot zu holen. Das ehemalige Tennis-Ass hätte quasi als Zugpferd dienen und somit den Verein für neue Mitglieder attraktiv machen können und sollen. Daraus, so Ungers im Gespräch mit unserer Zeitung, sei nichts geworden. Ein echter Kontakt sei nie zustande gekommen, obwohl sie mehrmals bei Kohde-Kilsch per Mail nachgefragt habe. Sie habe in jüngster Zeit auch nicht mehr nachgehakt, „das gebe ich dann auch zu“. Und so blieb es bei der Idee, mit einer weltbekannten Sportlerin zu werben.

Auf dem Außengelände des Tennisclubs findet man im Übrigen vier bespielbare Plätze, die zum sportlichen Treiben einladen. Neben den Spielfeldern wirkt die Außenterrasse an der Tennisklause mit ihrer Bestuhlung und den Sonnenschirmen sehr einladend, stellte unsere Zeitung bei ihrer Berichterstattung vor wenigen Wochen fest. Interessierte Leute dürfen gerne jederzeit zum kostenlosen Schnuppertraining vorbeikommen. Trainer stehen hier bereit, Bälle und Schläger werden zur Verfügung gestellt, betonte noch im Mai der 1. Vorsitzende Hermann-Josef Hoffmann.